Nicole Westig im Praxiseinsatz bei Pflegediensten

In verschiedenen Einrichtungen der Altenpflege hat die Bundestagsabgeordnete Nicole Westig jetzt praktische Erfahrungen und Erfahrungsberichte aus erster Hand gesammelt. Die pflegepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion absolvierte ein Tagespraktikum beim Pflegeteam Wentland in der ambulanten Pflege des Team Alfter, in einer Tagespflege und Wohngemeinschaft in Rheinbach und besuchte die Tagespflege Schäfer in Menden. Dabei suchte die Politikerin das direkte Gespräch mit Pflegenden, pflegenden Angehörigen und den Betreibern und war beeindruckt von den Leistungen der Pflegemitarbeiter. Nicole Westig: „Inhabergeführte Pflegedienstes brauchen mehr politische Unterstützung, gerade mit Blick auf Entbürokratisierung und Abbau der Misstrauenskultur. Außerdem müssen sie gegenüber den Kassen gestärkt werden.“

 

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Interview auf finanzen.de: Geplante Qualitätsstandards in der Altenpflege sind besorgniserregend

Das Online-Portal finanzen.de befragte Nicole Westig zu den geplanten Qualitätsstandards in der Pflege. Die pflegepolitische Sprecherin der FDP-Fraktion forderte ein Gesamtkonzept, um mehr Menschen in die Pflege zu bringen und dem Pflegeberuf mehr gesellschaftliche Anerkennung zu verschaffen, eine grundsätzliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen und  das von der FDP seit langem geforderte Einwanderungsgesetz, das die geziele qualifizierte Zuwanderung ermöglichen könnte.

 

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Beitragserhöhung in der Pflegeversicherung: Spahn soll für nachhaltige Finanzierung sorgen

Zur Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Spahn, den Beitrag für die Pflegeversicherung um 0,3%  anzuheben, erklärt Nicole Westig, pflegepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion:

 

Mit der angekündigten Erhöhung machen Union und SPD die ursprünglichen Entlastungen bei den Sozialversicherungsbeiträgen zunichte. So erweist sich das vollmundige Entlastungsversprechen der Großen Koalition einmal mehr als Mogelpackung. Das Minus in den Pflegekassen ist ein Warnsignal in Zeiten, in denen Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung positiv sind. Jetzt zeigt sich, dass Union und SPD viel Geld ausgeben können, aber nicht nachhaltig finanzieren können. Die Last müssen nun die Beitragszahler schultern.

Als Begründung für die Erhöhung nennt Spahn die Mehrkosten aus den Pflegestärkungsgesetzen. Zum Januar 2017 wurde der Beitragssatz bereits um 0,2% erhöht, um die zusätzlichen Ausgaben zu finanzieren. Damals hatte die Bundesregierung versprochen, dass der Beitragssatz bis 2022 stabil bleibt. Ein leeres Versprechen!

Insofern bezweifeln wir auch, dass es dabei bleibt: Der Minister hat weitere Verbesserungen für die Pflege angekündigt. Das begrüßen wir. Es bleibt allerdings größtenteils offen, wie diese finanziert werden sollen. Weitere Beitragssteigerungen nicht ausgeschlossen. Hier wünschen wir uns mehr Ehrlichkeit.

Die Fraktion der Freien Demokraten fordert, dass die Koalition für eine qualitativ hochwertige Pflege sorgt. Jens Spahn ist ein junger Minister, von dem wir nun mutig Vorschläge für eine nachhaltige Finanzierung erwarten. Die Lasten werden angesichts der alternden Bevölkerung weiter steigen.

#therapeutenamlimit: Versorgungssicherheit gefährdet! FDP unterstützt Forderungen der Heilberufe nach wirtschaftlichem Arbeiten

Zur Aktion der Heilberufe, welche durch den Initiator der Aktion "Therapeuten am Limit" Heiko Schneider und sein Team am 5. Juni vor dem Bundesgesundheitsministerium ausgerichtet wurde, erklärt die pflegepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Nicole Westig:

 

 „Die unzureichende Vergütung der Heilberufe in der ambulanten Versorgung gefährdet die Versorgungssicherheit. Gerade auf dem Land wird die Situation für Patientinnen und Patienten immer schwieriger. Das gilt insbesondere für ältere und pflegebedürftige Menschen, die selbst nicht mehr mobil sind.

 

Die FDP steht an der Seite der Freiberufler. Wir sehen hier dringenden politischen Handlungsbedarf, denn Physiotherapeuten, Logopäden und weitere Heilberufe müssen wirtschaftlich arbeiten können. Deshalb haben wir die heutige Demonstration unter dem Hashtag #ohnemeinenphysiotherapeuten mit allen Kräften unterstützt. Es ist wichtig und richtig, dass diese Menschen lautstark ihre Interessen vertreten, damit sie gehört werden.

 

Die Heilberufe bilden eine wichtige Säule im deutschen Gesundheitssystem. Ohne sie ist eine erfolgreiche Reha nicht möglich. Ein selbstständiger Physiotherapeut verdient aber bis zu 60 Prozent weniger als sein stationär arbeitender Kollege. Weite Anfahrtswege sorgen für weitere Kosten. Das Resultat: Wirtschaftliches Arbeiten ist nicht möglich, die Therapeuten zahlen drauf, viele verlassen ihren erlernten Beruf.  Das ist nicht hinnehmbar.

 

Auch die Forderung nach einer flächendeckenden Schulgeldfreiheit für Heilberufe unterstützen die Freien Demokraten. Allerdings gilt hier, was auch für die Pflegeberufe gilt: Der Bundesminister muss endlich sagen, wie die Schulen ihre wertvolle Arbeit stattdessen finanzieren sollen.“

 

Rückkehrprämie setzt falsches Signal - die Arbeitsbedingungen in der Pflege müssen stimmen!

Zum Vorschlag des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung Andreas Westerfellhaus, Rückkehrern in den Pflegeberuf Prämien zu zahlen, erklärt die pflegepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Nicole Westig:

 

„Menschen mit Prämien von bis zu 5000 Euro zurück in den Pflegeberuf zu locken, ist das völlig falsche Signal. Für Pflegerinnen und Pfleger, die ihrem Beruf trotz schwieriger Arbeitsbedingungen die Treue gehalten haben, gibt es solche Wohltaten nicht. Und wer garantiert, dass die Pflegekräfte dadurch langjährig in ihrem Beruf bleiben?

Es sind die Arbeitsbedingungen, die Pflegekräfte vor allem dazu bringen, ihren Job aufzugeben. Westerfellhaus will im 1. Jahr 570 Millionen € in Prämienzahlungen investieren, in den Folgejahren jeweils 345 Millionen €. Nachhaltiger wären Investitionen in Digitalisierung, in Aus- und Fortbildung sowie in die Gesundheitsförderung der Pflegekräfte. Digitale Anwendungen können Pflegekräfte spürbar entlasten und ihnen helfen, Zeit zu gewinnen, damit der Mensch wieder in den Mittelpunkt der Pflege rückt. Geld muss dabei jedoch nicht nur in die Technik, sondern auch in die Vermittlung digitaler Kompetenzen fließen.

Zu begrüßen ist, dass Westerfellhaus den Pflegeberuf durch eine differenzierte Ausbildung aufwerten möchte. Dabei sollte auch das neue Berufsbild eines Pflegeinformatikers entwickelt werden. Gestern hat sich die Kanzlerin gerühmt, das Schulgeld für die Pflege abgeschafft zu haben. Dabei wissen Pflegeschulen bis heute nicht, wie sie sich künftig finanzieren sollen.

Bevor im Gesundheitsministerium über Prämienzahlungen nachgedacht wird, sollte die künftige Finanzierung der neuen Pflegeausbildung endlich geklärt werden.“

Mehr Zeit für den Menschen schaffen: Pflegekräfte durch Digitalisierung spürbar entlasten

Zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai erklärt Nicole Westig:

 

"Um den Pflegeberuf wieder attraktiv zu machen, müssen die Arbeitsbedingungen deutlich verbessert werden. Ein Schlüssel dazu liegt in der Digitalisierung. Digitale Anwendungen können helfen, Pflegekräfte und pflegende Angehörige spürbar zu entlasten und den Menschen wieder in den Mittelpunkt der Pflege zu rücken.Doch statt einen Digitalisierungsschub für die Pflege schnell zu initiieren, setzt die Bundesregierung zunächst einmal eine Enquêtekommission zur Digitalisierung ein. Wollen wir so den aktuellen Herausforderungen begegnen und Deutschland fit für die Zukunft machen?

 

Nach wie vor verwenden Pflegekräfte rund 13 Prozent ihrer Tätigkeit auf Dokumentationspflichten und acht Prozent auf Logistik – Zeit, die für die Pflege am Bett fehlt. Für die Freien Demokraten gehören die Dokumentationspflichten erneut auf den Prüfstand. Sie müssen strukturiert, standardisiert und verschlankt werden. Darauf sollte der Digitalisierungsprozess aufsetzen.

 

Die digitalen Anwendungsmöglichkeiten in der Pflege sind vielfältig. Sie reichen von technikgestützten Hebe- und Tragehilfen, die die körperliche Belastung erheblich reduzieren, bis hin zu Sprachassistenten oder sogenannten „Wearables“, die Körperfunktionen messen.

Statt dauernd neue Zahlen in den Raum zu werfen, wie viele Stellen für Pflegekräfte denn nun geschaffen werden sollen, sollte Gesundheitsminister Spahn ein Konzept für ein Investitionsprogramm zur Digitalisierung in der Pflege vorlegen. So könnte ein wesentlicher Beitrag zur Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufs geleistet werden.

 

Und auch in der häuslichen Pflege, die bei uns fast 75 Prozent ausmacht, kann Digitalisierung den Pflegealltag deutlich erleichtern. Technischer Fortschritt hilft, möglichst lange ein eigenständiges Leben in den eigenen vier Wänden führen zu können. So bieten Sensoren, die Stürze melden, eine höhere Sicherheit als bisherige Systeme. In Pflastern integrierte Sensoren, die Parameter wie Hautspannung und Flüssigkeitsbedarf liefern, könnten Hinweise zur Einnahme von Medikamenten oder zur Flüssigkeitsaufnahme geben. Die Pflege von Menschen mit Demenz ist dabei eine besondere Herausforderung. Digitales Monitoring hilft bei Weglauftendenzen. So kann zum Beispiel eine Sensormatte vor dem Bett oder der Tür, die ein Alarmsignal auslöst, Sicherheit bringen, ohne dass eine ständige Präsenz zur Aufsicht notwendig ist. Aber entsprechende Möglichkeiten sind in der Pflegeversicherung bislang nicht vorgesehen. Hier sollte die Bundesregierung veranlassen, diese in den Katalog der „wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ aufzunehmen.

 

Wie wenig digital die Bundesregierung denkt, zeigt sich auch in der gerade vorgelegten Ausbildungs- und Prüfungsordnung zum Pflegeberufereformgesetz: Denn die Vermittlung digitaler Kompetenzen fehlt gänzlich in dem 131seitigen Referentenentwurf. Ohne digitale Kompetenzen lässt sich jedoch nach Ansicht der Freien Demokraten kein zukunftsorientiertes Berufsbild definieren. Der Umgang mit digitalen Anwendungen, die Einschätzung der Bedeutung digitaler Daten sowie Kenntnisse zum umfassenden Datenschutz sollten deshalb zwingend in die Lehrpläne für künftige Pflegefachmänner- und -frauen aufgenommen werden. Außerdem sollte das Berufsbild des Pflegeinformatikers entwickelt werden.

"Konkrete Maßnahmen zur Gewinnung von mehr Pflegekräften statt Bieterwettbewerb um neue Stellen"

Zu den Zahlen des Bundesministeriums für Gesundheit zum Fachkräftemangel in der Pflege erklärt die pflegepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Nicole Westig:

 

Die Fakten, die das Bundesgesundheitsministerium auf den Tisch legt, sind alarmierend. Bundesweit sind 23.000 Stellen in der Altenpflege unbesetzt. In Krankenhäusern fehlen mehr als 12.000 Fachkräfte. An qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern aber mangelt es. In der Altenpflege stehen im Bundesdurchschnitt 21 Bewerber 100 offenen Stellen gegenüber (in NRW 34), in der Krankenpflege sind es 41.

So sehr die Zahlen aufrütteln, eine wirkliche Überraschung sind sie nicht. Damit eine menschenwürdige Pflege gelingen kann, ist dringender Handlungsbedarf gefragt. Nun in einen Bieterwettbewerb einzutreten, wer die meisten Stellen schafft, bringt allerdings gar nichts. Vielmehr sind Ideen gefragt, wie wir mehr Menschen für den Pflegeberuf begeistern können.

 

  • Es gilt zunächst, mit den bestehenden Ressourcen besser umzugehen und die Arbeitsbedingungen in der Pflege signifikant zu verbessern. Dazu gehört eine angemessene Bezahlung. Dazu gehören verlässliche Dienstpläne, die sich an der Lebenswirklichkeit der Pflegekräfte ausrichten. Dazu gehört Bürokratieabbau, denn noch immer müssen Pflegekräfte zu viel Zeit für Dokumentation aufwänden – wertvolle Zeit, die für die Pflege am Bett fehlt.
  • Dokumentationspflichten gehören verschlankt, gebündelt und digitalisiert. Die Digitalisierung bietet eine große Chance für die Entlastung von Pflegekräften, gerade auch im Bereich der Logistik und der vermehrten Nutzung technischer Hilfsmittel wie zum Beispiel Bettenlifte.
  • Entlastung kann auch die Organisation der Arbeit in Pflegeteams mit einem Qualifikationsmix bieten, denn viele Tätigkeiten können auch Pflege- und Dokumentationsassistenten erledigen.
  •  Eine flankierende Gesundheitsförderung kann helfen, dass Pflegekräfte nicht aufgrund der starken physischen und psychischen Belastung vorzeitig aus dem Beruf aussteigen.

Um mehr Pflegekräfte zu generieren, reicht die von der Bundesregierung beabsichtigte Aus- und Weiterbildungsoffensive nicht aus. Ein Baustein, um dem Fachkräftemangel gerade auch in der Pflege begegnen zu können, ist das seit langem von den Freien Demokraten geforderte Einwanderungsgesetz. Ansätze dafür bieten auch die vielfach durchgeführten Programme, um Flüchtlinge in den Pflegeberuf zu bringen. Dies darf allerdings nur unter gesicherten Qualitätsstandards und nicht nach dem Motto „Pflege kann jeder“ geschehen.

 

Und nicht zuletzt: Fachkräften in der Pflege gebührt mehr Anerkennung – gesellschaftlich wie beruflich. Pflegefachkräfte sind hochqualifiziert in der Betreuung ihrer Patienten. Man kann und muss ihnen mehr zutrauen und ihre fachliche Kompetenz besser wertschätzen.

 

Sicherer Aufenthaltsstatus für geflüchtete Pflegehilfe-Azubis statt generelles Bleiberecht für Flüchtlinge in der Pflege

Zur Forderung des Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck nach einem Bleiberecht für Flüchtlinge in der Pflegeausbildung sagt die pflegepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Nicole Westig:

"Ein generelles Bleiberecht für Flüchtlinge in der Pflegeausbildung zu gewähren, ist der falsche Weg. Denn dem Fachkräftemangel in der Pflege lässt sich nicht nach dem Motto "Pflege kann jeder" begegnen. Viel sinnvoller ist es, den Bildungserfolg mit einer Bleibeperspektive zu verknüpfen.

Es ist richtig, zur Gewinnung von Pflegekräften auch auf Zuwanderung zu setzen. Dies darf jedoch nicht zu Lasten der Qualität in der Pflege gehen. Unabdingbare Voraussetzung für eine Tätigkeit in der Pflege müssen ausreichende Sprachkenntnisse - mindestens B2-Niveau - sein. Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass daran bislang noch viele Flüchtlinge gescheitert sind.

Bereits jetzt erhalten Flüchtlinge für viele mindestens zweijährige Ausbildungsgänge einen sicheren Aufenthaltsstatus für die Gesamtdauer der Ausbildung. Für die dreijährige qualifizierte Pflegefachkraft-Ausbildung gilt diese Regelung, nicht jedoch für die meist einjährige Pflegehilfe-Ausbildung. Hier sollte der Gesetzgeber schnellstmöglich nachjustieren und den sicheren Aufenthaltsstatus auch den Pflegehilfe-Azubis gewähren.

Unabhängig fordert die FDP die Bundesregierung auf, schnellstmöglich die Weichen für ein Einwanderungsgesetz zu stellen, um den Fachkräftemangel, auch und gerade in der Pflege, zu beseitigen."

 

Hier der Bericht auf shz.de

 

Viele Impulse beim Deutschen Pflegetag

„Teamarbeit – Pflege interdisziplinär!“ lautete das Motto des diesjährigen Deutschen Pflegetages, dem wohl wichtigsten Pflegekongress in Deutschland.  Auch die pflegepolitische Sprecherin der FDP war in diesem Jahr dabei und informierte sich über Möglichkeiten der Digitalisierung und aktuelle Entwicklungen in der Pflege. Dabei traf Nicole Westig auch den ehemaligen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr.

 

Keine Pflegeausbildung light - Digitalisierung wird verschlafen

Zur Beratung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (APO) für Pflegeberufe im Bundeskabinett erklärt die pflegepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Nicole Westig, hier im Gespräch mit Deutschlands besten Pflegeschülerinnen und schülern:

 

Die Ausbildungs- und Prüfungsordnung zum Pflegeberufereformgesetz muss jetzt dringend auf den Weg gebracht werden. Die Pflegeschulen brauchen Planungssicherheit, wenn sie ihre Arbeit ab dem 1. Januar 2020 in neuer Form fortsetzen sollen.

Die Curricula müssen jetzt entwickelt werden, sonst droht der Reformstau. Die Schulen müssen die Lehrplanentwicklung neben ihrer eigentlichen Aufgabe erledigen. Das bindet personelle Ressourcen, was gerade kleinere Schulen vor extreme Herausforderungen stellt.

Noch schwerer wiegt die Unsicherheit hinsichtlich der Finanzen. Nach wie vor warten die Schulen darauf, dass Gesundheitsminister Spahn endlich auch die Finanzierungsverordnung vorlegt. Nach dem flächendeckenden Wegfall des Schulgelds stehen sie vor einem Paradigmenwechsel, der nach Schätzungen von Experten eine Anschubfinanzierung in Höhe von 393 Mio. Euro erfordert. Trotz allen Handlungsdrucks darf aber die Qualität der neuen Pflegeausbildung nicht leiden. Zwischenprüfungen sind kein Selbstzweck, sie müssen Relevanz haben.

Die Vermittlung digitaler Kompetenzen bleibt auch im überarbeiteten Entwurf außen vor.  Dabei lässt sich heutzutage ohne Digitalisierung kein neues Berufsbild mehr definieren.

Wenn Spahn die Entbürokratisierung der Dokumentation in der Pflege ernst nimmt, muss er dafür sorgen, dass das Strukturmodell Eingang in die Pflegeausbildung findet.

Ziel der Reform in der Pflegeausbildung ist, diesen Beruf attraktiver zu machen. Das geht nur, wenn die Weichen richtig gestellt werden.

Wir brauchen keine Pflegeausbildung light. Wir brauchen eine zukunftssichere Ausbildung und mehr Wertschätzung für die Beschäftigten in der Pflege.

 

Spannender Austausch zur Zukunft der Pflege

Rückblick und Ausblick. Sehr nettes Wiedersehen mit meinem alten Schulfreund Carsten Drude. Er ist Mitglied im Deutschen Pflegerat und Vorsitzender des Bundesverbands Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe BLGS e.V., und so habe ich mit ihm über die Zukunft der Pflege in Deutschland diskutiert. Danke für den spannenden Austausch!